XVII – Die verflixten Ablagen

Wie im vorangegangenen Artikel erwähnt, finde ich es stets hochinteressant zu sehen, welche Art von Nachrichten und an wen über handgeschriebene Schmierzettel laufen, die sich stets in dem Turm der Ablagefächer im Backoffice wiederfinden. Besonders beliebt sind Mitteilungen an das Housekeeping oder die Haustechnik. Hier werden zusätzliche Kissen, Frühanreisen, zu tauschende Leuchtmittel, tropfende Wasserhähne oder bereitzustellende Fahrräder angefordert. Aber wie bitteschön sollen die Kolleginnen und Kollegen rechtzeitig davon erfahren, dass der Gast für Zimmer 136 bereits um 11.30 Uhr einchecken möchte, wenn ein Zettel geschrieben wird und in den Untiefen des HSK-Fachs verschwindet? Und was machen die Kolleginnen und Kollegen, um an solche Informationen zu kommen? Da sie nicht wissen, was in dieser Informationsquelle, gemeinhin Ablagefach genannt, für sie bereits liegt, schauen sie mehrfach am Tag dort vorbei, um das Fach zu sichten. Eine Menge unnötiger Wege und noch mehr Zeit, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnte.

Gleiches gilt für die Haustechnik. Auch diese Damen und Herren müssen häufiger am Tag im Backoffice reinschauen und ihr Fach bis auf den Grund leeren – und absolvieren damit eine tägliche Strecke, die völlig unnötig und zudem kostspielig ist. Warum läuft ein großer Teil der internen Kommunikation über Zettelchen, alternativ bestenfalls via Telefon, falls verfügbar und erreichbar? Warum wird bei einem solch grundlegenden Workflow kein Prozess hinterlegt, der es den Mitarbeiter*innen ermöglicht, ihre Zeit sinnvoller und zielgerichteter zu investieren?

Muss das wirklich sein?

 

Photo: Adobe Stock

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